Mein Leben, welches Leben?

Ortsspezifische Performance in Kooperation mit dem Theatermuseum

Studierende des Instituts angewandtes Theater ergänzen die aktuelle Ausstellung des Theatermuseums Wien, Wir brauchen einen ganz anderen Mut – Stefan Zweig – Abschied von Europa, szenisch.

Ausgehend von einem Aspekt der Ausstellung, dem Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit, haben die zukünftigen TheaterpädagogInnen ästhetisch forschend zu verschiedenen Themen der Biographie Zweigs szenische Kommentare entwickelt. Im Zentrum stand dabei die Auseinandersetzung mit dem autobiographischen Essay „Die Welt von gestern“.

Die aus der Begegnung mit diesem Buch und den Dokumenten der Ausstellung entwickelten Szenen kreisen beispielsweise um Fragen wie: Was ist eine Sekretärin ohne ihre Schreibmaschine? Ist Schach wirklich nur ein Spiel? Kann aus Verdrängen Vergessen werden? Warum wurde die Zerstörung humanistischer Werte durch rechte Agitatoren so lange unterschätzt? Wie verhält es sich mit derartigen Unterschätzungen heute? Wie kann sich einer auf dem Höhepunkt seiner Karriere das Leben nehmen?

Auf den Stationenrundgang im Theatermuseum folgt eine theatrale Führung durch den ersten Bezirk, bei der die Teilnehmer an Originalschauplätzen u.a. etwas über Zweigs “Österreicherei”, seine „Freundschaften“, „Widerstand“ oder das Stein gewordene “Jahrhundert der Sicherheit” erfahren können.

Alle Wege münden auf den Morzinplatz. Dort wird mit einer szenischen und chorischen Installation an das in der Schachnovelle beschriebene System des Hotelzimmers erinnert, dessen Schauplatz an dieser Stelle die Gestapo-Zentrale im ehemaligen Hotel Metropol bildete.

Künstlerische Leitung: Claudia Bühlmann
Dramaturgie: Friedhelm Roth-Lange
Mitwirkende: Judith Haidacher, Kelly Ann Gardener, Camilla Reimitz, Elisabeth Kassal, Maria-Christina Preis, Thomas Petznek-Böhm, Nina Eisner, Eva Maria Wall, Julia Weingartner, Matthias Rabl, Rebecca Lirussi, Sabine Hütter, Tina Mittelmeier

Wann: 30. und 31. Aug. 2014, 16 Uhr
Wo: Theatermuseum und ab 18.30 auf dem Morzinplatz

Fotos: Jimmy Müller